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23.11.2017Was passiert mit unseren Daten im Netz?

Schon das bloße Aufrufen einer Website im Internet genügt, um einen digitalen Fußabdruck zu hinterlassen. Doch wir nutzen das World Wide Web für vieles mehr, wir streamen Filme, snapchaten mit Freunden und verbinden sogar unsere Haushaltsgeräte mit einer App. Doch was passiert dabei eigentlich mit unseren Daten und wie sicher sind diese?

Dem Thema widmete sich eine Arbeitsgruppe auf dem Fachtag „Leben in digitalen Welten“ zu dem Studierende der Hochschule Coburg, das Amt für Jugend und Familie der Stadt Coburg sowie die Evangelische Jugendbildungsstätte Neukirchen eingeladen hatten. Einen Tag lang konnten rund 60 Teilnehmer und Referenten, darunter Pädagogen, Lehrkräfte sowie ehrenamtlich Tätige, in verschiedenen Workshops Einblicke erhalten, welche Veränderungen speziell mit Blick auf die Arbeit mit jungen Menschen mit der fortschreitenden Digitalisierung verbunden sind.

„Wir werden immer mehr zum gläsernen Konsumenten“, so Sophie Schmidt, die im dritten Semester Betriebswirtschaft studiert und gemeinsam mit ihren Kommilitonen Luisa Vetter, Gloria Negm El Din, Yannick Schrödel und Vanessa Ströhlein die Arbeitsgruppe Datenschutz leitete. Die Studierenden zeigten den teilweise staunenden Teilnehmern, welche Nutzerdaten wie gespeichert werden. Ein Beispiel: Facebook. Das Unternehmen mit Sitz im Silicon Valley besitzt den größten Datenspeicher der Welt. Gesammelt werden sowohl aktive als auch passive Daten. Das heißt, ob Kommentare, Likes und Nachrichten auf der einen oder das Suchen von Personen und Begriffen auf der anderen Seite, Facebook führt alle Daten eines Nutzers zusammen und erstellt so sukzessive ein Persönlichkeitsprofil. Dieses nutzt der Social-Media-Dienst unter anderem für den Weiterverkauf an zahlungskräftige Werbekunden. Ein Tipp der Studierenden: Wer nicht auf Facebook verzichten möchte, kann sich selbst einen Überblick verschaffen, was der Konzern so alles über das eigene Konto archiviert. Dafür einfach in den allgemeinen Einstellungen eine Kopie der eigenen Facebook-Daten laden. „Man muss die Chancen und Risiken von Onlinediensten genau abwägen und sich entscheiden, was für einen selbst am besten erscheint“, lautet das Fazit von Sophie Schmidt. Ein Schlüssel ist sicher auch der verantwortliche Umgang mit persönlichen Daten, um zumindest gefühlt etwas mehr Kontrolle und damit Sicherheit in der Nutzung von Google, Instagram und Co. zu erlangen.

So recht verzichten wollte auf Facebook und Co. dann doch niemand: Sophie Schmidt (r.) im Gespräch mit den Teilnehmern des Arbeitskreises Datenschutz

Der Fachtag ist Herzstück und Ergebnis des interdisziplinären Projekts „Orientierung in digitalen Welten“. Unter Leitung von Prof. Dr. Christian Holtorf und Dr. Thomas Kriza beschäftigten sich Studierende der Betriebs-, Industrie- und Versicherungswirtschaft sowie der Sozialen Arbeit zwei Semester lang mit den vier Themen Urheberrecht im Internet, Datenschutz in der virtuellen Welt, authentisches Leben online und Politik & Fake News. Alle vier Bereiche konnten von den Teilnehmern des Fachtags als Workshop besucht werden. Die Resonanz war so gut, dass mehrere Teilnehmer die Studierenden anschließend dazu ermutigten, den Fachtag in anderen Städten zu wiederholen.
Finanziell unterstützt wurde die Veranstaltung durch die „Partnerschaft für Demokratie in der Stadt Coburg“.

 

22.11.2017 – Wie fühlt sich Altern an?

Die Hände zittern, die Sicht ist verschwommen, der Rücken schmerzt. Mit was für körperlichen Einschränkungen Millionen älterer Menschen in Deutschland Tag für Tag zu kämpfen haben, konnten Studierende der Hochschule Coburg nun nachspüren. Der Alterssimulations-Anzug „GERT“ (steht für GERontologischer Testanzug) des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit, Soziales, Familie und Integration verleiht mit seiner mehrteiligen, rund 30 kg schweren Ausrüstung einen bleibenden Eindruck von den Herausforderungen des Alters. Ursprünglich für Ärzte und Pfleger zur Sensibilisierung dieser Patientengruppe entwickelt, wird GERT heute auch bei der Produktentwicklung eingesetzt. Unter anderen nutzen Airbus, Daimler und Audi den Anzug, um neue Entwicklungen auf die Bedürfnisse älterer Nutzer anzupassen.

„Ich hätte nie gedacht, dass mir schon Kleinigkeiten so schwer fallen würden“, so Andreas Melber. Der Betriebswirtschaftsstudent fügt mit einem Grinsen hinzu: „Es fühlt sich an, als wäre ich das ganze Wochenende feiern gewesen.“ Nur wenige Minuten dauerte die Verwandlung vom 24-jährigen sportlichen jungen Mann zu einem gefühlten Greis. Auf dem Kopf eine Ski-ähnliche Brille, die Unschärfe und Blendempfindlichkeit simuliert, dazu Hörschutzstöpsel, eine Halskrause, die die Beweglichkeit des Kopfes einschränkt, und eine Gewichtsweste, mit der das aufrechte Gehen schwer fällt. An Händen und Beinen trägt Andreas Melber Gelenkbandagen und Gewichtsmanschetten. Jede Bewegung kostet nun viel Kraft. Auch das für viele ältere Menschen leidige Alterszittern kann mit GERT nachempfunden werden: Auf den Unterarmen werden Tremorsimulatoren angebracht, die mithilfe elektrischer Impulse eine unkontrollierte Bewegung in den Fingern verursachen.

Kam schon bei Kleinigkeiten ins Schwitzen: Andreas Melber im Alterssimmulations-Anzug GERT

Der Versuch ist Teil des Projekts „Projektarbeit im sport-, bewegungs- und körperorientierten Kontext“  von Dr. Susanne Bott und Sandra Neubert sowie des ebenfalls interdisziplinär aufgestellten Seminars „Bewegung braucht Räume“ von Dr. Susanne Bott. „In den Lehrveranstaltungen gehen wir auf verschiedene Zielgruppen in Zusammenhang mit Bewegungsförderung ein“, so Sandra Neubert. „Da die Zielgruppe Senioren in den von den Studierenden selbst initiierten Kleinprojekten dieses Mal nicht zum Tragen kamen, sind wir den Weg über GERT gegangen, um sie auch für die Lebenssituation älterer Menschen zu sensibilisieren.“ Bei Andreas Melber hat die Simulation Eindruck hinterlassen. Ob es das Einschenken von Wasser in ein Glas oder das Aufschneiden eines Brötchens war, alles kostete ihn viel Anstrengung und Mühe: „Ich empfehle jedem, es einmal selbst auszuprobieren. Es entsteht ein völlig neuer Blickwinkel auf das Leben im Alter!“

Dozentin Dr. Susanne Bott legte selbst mit Hand an, hier beim Einstellen der Tremorsimulatoren, die das Zittern der Hände nachahmen

Mehr Informationen zu GERT unter www.produktundprojekt.de.

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