News

Die Zukunft der Bergwichtel im Fokus

Aus Sicht der Studierenden entwickelte Leon Reinhardt das beste Konzept. Es ist sehr ästhetisch in seiner Grundform.

Coburger Studierende haben sich Gedanken um die Zukunft der Montessori-Einrichtung Bergwichtel e. V. gemacht. Ihre Vorschläge konzentrierten sich auf die Erweiterung des „Haus für das junge Kind“ um das „Kinderhaus“ auf Schloss Hohenfels, dem Campus der Medau-Schule.

Im Juli war es nun so weit: im Rahmen des Projekts „Planung des Kinderhauses Bergwichtel e. V.“ stellten Studierende der Hochschule Coburg ihre Ideen zur Entwicklung des neuen Montessori-Kindergartens vor. Insgesamt elf unterschiedliche Konzepte präsentierten die angehenden Bauingenieure und Architekten der Leiterin der Einrichtung „Haus für das junge Kind“ Claudia Fuchs – von Berg. Die Dozenten Dr. Tijana Vojnovic Calic (Architektur), Jonas Schmidt (Bauingenieurwesen) und Thomas Wirth (Geschäftsführer von arc.grün | landschaftsarchitekten. stadtplaner. gmbh) bewerteten ihre Konzepte am Campus Design.

Studierende stimmten über ihren besten Entwurf ab

Schon im Vorfeld hatten die Studierenden untereinander abgestimmt, wer von ihnen den besten Entwurf entwickelt hat. Der „Gewinner“ durfte auch mit seiner Präsentation starten. So erläuterte Leon Reinhardt (Architektur-Student) seine Entwurfsidee: ein in vier Modulen aufgeteiltes Gebäude, die über einen Verteilerraum miteinander verbunden sind. Je ein Modul soll ein Gruppen-, Mehrzweck-, Speise- /Koch- und einen Nebenraum beherbergen. Sehr ästhetisch ist auch deren Grundform: im Prinzip rechteckig angelegt, aber mit abgerundeten Ecken. Und jedes Modul erinnert an ein Trapez, ist aber ebenso in sich abgerundet. Die Fassade besteht aus Holzlamellen und ist optisch an die umliegenden Wälder angeglichen. Die Verglasung des Verteilerraums bietet zudem Einblicke in die Natur. Der Außenbereich ist in unterschiedliche Zonen unterteilt und bietet mehreren Kindergruppen zugleich unterschiedliche Aktivitätsmöglichkeiten.

Durch die Ideenvielfalt stark beeindruckt

Die Leiterin der „Bergwichtel“ zeigte sich von der Ideenvielfalt aller Entwürfe stark beeindruckt. „Ich finde es toll, mit welchem Enthusiasmus sich die Studierenden ans Werk gemacht haben. Da steckt richtig Arbeit drin! Immer mit dem Blick auf die Kinder und die Pädagogik! Das haben alle gemeinsam“, so Claudia Fuchs – von Berg. Niklas Haschke und Daria Mokrushina entwickelten ein Konzept, welches das Gebäude der bestehenden Kindergrippe um einen halbrunden Bau ergänzt. Über einen Verbindungsgang können die Kinder in das schneckenförmige Gebäude gelangen. Hier sind die Gruppenräume und Kinderbereiche mittig angeordnet, was Fuchs -von Berg als sehr angenehm empfand. Beeindruckend ist auch das Raumprogramm: von Matschschleuse, Personal- und Kindergraderobe bis hin zu den Technikräumen haben beide an alles gedacht. „Ziel ist es, das Gebäude für die Kinder leben zu lassen und diesen eine Möglichkeit zu geben, es auf eine spielerische Art und Weise kennenzulernen“, meinte Mokrushina. Der neue Kindergarten soll ein Ort sein, der dem Kind Geborgenheit, Schutz und Freiheit bietet, damit es sich frei und ohne jeglichen Druck entfalten und ausleben kann. Ein völlig anderes Konzept verfolgte Michael Schulze (Architektur-Student). Zwar teilte er die Räumlichkeiten auch modular auf, stellte aber diese als einzelne „Häuschen“ nebeneinander. Dadurch erschuff er einen Dorfcharakter. Eine Glaskonstruktion verbindet die einzelnen „Häuschen“ zu einem Gebäude. Für Fuchs -von Berg ist dies aus pädagogischer Sicht eine geniale Idee, da er hier der Außenbereich eines Kindergartens thematisch im Innenbereich einlagert.

Den Anforderungen gerecht geworden

Eines haben aber alle Konzepte gemeinsam: sie wurden den Anforderungen der Bergwichtel und zugleich der Hochschule gerecht. Und diese waren nicht ganz einfach. Zum einen soll in den Entwürfen der Montessori-Geist der Pädagogik verkörpert sein. Zum anderen sollen die Konzepte für 30 bis 50 Kinder und einer Fläche von 400 bis 500 m² ausgelegt sein – in einem modularen Holzsystem und mit ästhetischem Aussehen. Und zudem: die Konzepte müssen realisierbar sein – mit Plänen zu Tragewerken, Fassadenschnitten, Statikberechnungen, Lagebeschreibung und Außenbereichsgestaltung. Dennoch, keiner der Vorschläge kann eins zu eins übernommen werden. Das war bereits vor Projektbeginn mit der Hochschule so ausgemacht. Somit hatten die Studierenden die Möglichkeit, ihre Entwürfe ohne Bindung an Budgetvorgaben umzusetzen. Ein Vorteil und zugleich das eigentliche Ziel, weil diese somit kreativer und ideenreicher konzeptionieren konnten. Fuchs -von Berg wird die Ergebnisse auch mit ihrem Architekturbüro besprechen. „Somit können Ideen der Studenten auch in die konkrete Planung und Umsetzung des Bauvorhabens einfließen“, ergänzte sie am Ende der Präsentation.

Verfasser: Mario Pfeuffer, Marketing & Kommunikation, Der Coburger Weg, Hochschule Coburg.