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Ein Do-It-Yourself-Schlitten als Projektarbeit

Ein Projekt der Hochschule Coburg erinnert an frühere Zeiten, als Sportler ihr Sportgerät noch selbst herstellten: Vier Studierende haben sich zum Ziel gesetzt, zusammen mit Schüler*innen der Bad Staffelsteiner Adam-Riese-Mittelschule mehrere Holzschlitten zu bauen. Das Besondere: Die Studierenden können ihre DIY-Erfahrungen an die Schüler*innen weitergeben – und wecken dabei etwas Pioniergeist.

Fünf Schlitten sind das Ziel

Im Semester zuvor haben sich die Studierenden intensiv mit Projektmanagement und dem Themen Sport im Kontext ihrer eigenen Fachdisziplin beschäftigt. Im jetzigen Semester sollten sie sich ein sportorientiertes Projekt suchen, es eigenständig organisieren und managen. So sieht es die von Dr. Susanne Bott und Prof. Dr. Wulf Bott im Rahmen des Coburger Wegs angebotene Lehrveranstaltung „Sport bewegt – Projektarbeit in und durch Sport“ vor. „Sie haben sich den Schlittenbau als Aufgabenstellung ausgewählt. Es geht nun darum, die erlernten Grundlagen zum Leiten von Jugendlichen und im Projektmanagement in der Praxis umzusetzen“, erzählt Susanne Bott. Fünf „Self-made“-Schlitten sollen im Unterricht der Offenen Ganztagsschule Bad Staffelstein entstehen, die im Werkraum der Adam-Riese-Mittelschule stattfindet.

Zuerst ein Prototyp entwickelt

Wie wird denn überhaupt ein Schlitten gebaut? Diese Frage stellte sich zuerst Eva de Craigher, Studentin der Sozialen Arbeit. Eine Quelle hierfür war natürlich das Internet. Ein Video enthielt eine Bauanleitung. „Die Herausforderung bestand aber darin, einen Holzschlitten so zu konstruieren, dass er unseren Anforderungen entspricht“, so de Craigher. „Er sollte kostengünstig und leicht zu konstruieren sein, so dass die Schüler*innen ihn auch problemlos nachbauen können.“ Unterstützung für die Entwicklung eines Prototyps fanden die Studienenden im CREAPOLIS Makerspace in Coburg. Mit den vorhandenen Handwerksgeräten und unter fachkundiger Anleitung entstand ein Fichtenholzschlitten, dessen Metallkufen aus Teppichleisten bestehen.

Nachbau im Werkunterricht

Sägen, Klopfen, Hämmern, Bohren – im Werkraum von Michael Lutz (Handwerkslehrer an der Adam-Riese-Mittelschule) ist ganz schön etwas los. Es herrscht etwas Gewusel, denn die Studierenden selbst leiten die Schüler*innen an. Dabei kommen ihnen ihre Erfahrungen aus dem Prototypbau zugute. Eine der Schwierigkeiten bestand darin, die Kufenformen richtig hinzubekommen. „Das schaffen die Schüler nicht ganz ohne unsere Unterstützung“, erzählt Helen Putzer, Studentin der Sozialen Arbeit, „oft ist ein bisschen Nachhilfe im Umgang mit Bohrern und elektrischen Sägen nötig.“ Die Hochschüler*innen lernen hierbei durch ihr eigenes Handeln. Susanne Bott, Michael Lutz und Monika Poglitsch (Leiterin der Offenen Ganztagsschule Bad Staffelstein) coachen und stehen den Akteuren mit Rat und Tat bei. Deren starke Begeisterung für dieses Projekt ist förmlich spürbar.

Wenn es schneit, wird gefahren

In den kommenden Wochen haben die Schüler ihre Schlitten fertiggestellt. Jetzt warten alle auf Schnee, um diesen endlich zu testen. Und das möglichst am Staffelberg – dem Hausberg der Bad Staffelsteiner. Aber auch schneereichere Ausweichmöglichkeiten sind im Gespräch. Nach getaner Arbeit soll eben der Spaß folgen. Im Übrigen sind die Schlitten für alle Schüler*innen gedacht und bleiben auch in der Schule.

Der Verfasser: Mario Pfeuffer, Marketing & Kommunikation, Der Coburger Weg, Hochschule Coburg