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Leitfaden für Service Learning

Teilnehmende der Jahrestagung besuchten die begleitende Posterausstellung, auf der auch ein Beitrag aus Coburg zu sehen war (Copyright HBdV 2019/Peter Gwiazda)

Für die diesjährige Jahrestagung des Hochschulnetzwerks Bildung durch Verantwortung e. V. an der Universität Duisburg-Essen entwickelten Sonja Lehmann und Torsten Dohnalek einen Leitfaden, der Lehrenden, Studierenden und Community Partnern als Hilfestellung bei der Ausgestaltung von Service-Learning-Projekten dienen soll. Eine dazugehörige Kooperationsvereinbarung kann von allen Hochschulen frei genutzt werden und regelt die gemeinsame Zusammenarbeit – vom ersten Kontakt bis zur abschließenden Dokumentation.

Bei Service-Learning-Projekten arbeiten Hochschulen und zivilgesellschaftliche Partner aus sozialen, ökologischen und kulturellen Bereichen an einer gemeinsamen Themenstellung. Wissenschaftliche Ausbildung verbindet sich also mit einem konkreten gesellschaftlichen Engagement der Studierenden. Der Leitfaden, den Sonja Lehmann und Torsten Dohnalek für die Jahrestagung des Hochschulnetzwerks Bildung durch Verantwortung an der Universität Duisburg-Essen erstellten und dort auch präsentierten, bündelt die mit solchen Projekten verbundenen Herausforderungen aus didaktischer, finanzieller, prozessualer und inhaltlicher Sicht und zeigt somit Gelingensfaktoren auf. Denn, so Sonja Lehmann, „es bedarf der Klärung von Erwartungen aller Beteiligten, definierten Rollen sowie einer Werteorientierung als Haltung, damit Kooperationen zwischen Lehrenden, Studierenden und gesellschaftlichen Partnern gelingen und alle sich auf Augenhöhe zu begegnen“. Die Besonderheit ist, dass sich die Beteiligten anhand des Musters eine schlüssige und umfängliche Kooperationsvereinbarung aufbauen können, die Hochschulen und externen Partnern gleichermaßen dient.

Für ihre Arbeit analysierten Torsten Dohnalek und Sonja Lehmann Vereinbarungen und Leitfäden anderer Hochschulen qualitativ, bildeten ein Kategoriensystem und erarbeiten darauf aufbauend die nun vorgestellten Vorlagen. Beide Dokumente sollen entlang der Entstehung und Gestaltung von Lehrveranstaltungen mit Service-Learning-Charakter nutzbar sein und stehen interessierten Lehrenden zum freien Download zur Verfügung. Im Sommersemester 2020 wird Torsten Dohnalek den Leitfaden in seiner Arbeit als Dozent der Sozialen Arbeit an der Hochschule Coburg praktisch erproben. Sonja Lehmann sieht darüber hinaus große Anknüpfungspunkte in den interdisziplinären Modulen, die über das Projekt Der Coburger Weg koordiniert werden und oftmals Service Learning umsetzen. Die Entwicklung beider Dokumente stieß bei den Teilnehmenden der Jahrestagung des Hochschulnetzwerks auf großen Zuspruch, da sich solche Überlegungen an vielen Hochschulen stellen und sämtliche Aspekte dieses besonderen Lehr-Lernformats zwischen Hochschulen und Gesellschaft darin zusammengefasst werden.

Das Hochschulnetzwerks Bildung durch Verantwortung e. V. feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen und vereinigt deutschlandweit 45 institutionelle Mitglieder unter seinem Dach. Ziel des Netzwerks ist es, Zivilgesellschaft und Hochschulen näher zusammenzubringen. Studierende und Praxispartner sollen dabei wechselseitig voneinander profitieren, oftmals unterstützt durch innovative Lehrformate. Die Hochschule Coburg ist seit 2015 Mitglied im Verein und wird durch Sonja Lehmann vertreten, die auch an Qualitätsfragen für Service Learning mitarbeitet. Prof. Dr. Michael Lichtlein wirkt als Repräsentant des Netzwerks und unterstützt bei der Mitgliedergewinnung in den neuen Bundesländern.

Deutschlandweit vereinigt das Netzwerk 45 institutionelle Mitglieder unter seinem Dach (Copyright HBdV 2019/Peter Gwiazda)

Weitere Informationen: www.studieren-in-coburg.de/service-learning

Verfasst von: Franziska Koch, Marketing und Kommunikation, Der Coburger Weg, Hochschule Coburg