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Modelle zwischen Illusion und Wirklichkeit – Dr. Alexander Gall zu Gast in Sonderausstellung

Nirgendwo sind eindrucksvolle Bilder und umfangreiche Informationen so leicht zu finden wie im Internet. Sind Bildungsangebote aus der realen Welt da nicht unendlich altmodisch? Wie können sie mit den virtuellen Möglichkeiten konkurrieren? Für die Wissenschaften ist es oft nicht einfach, das richtige Verhältnis zu den neuen Medien zu finden: wo bringen sie die Forschung voran und an welcher Stelle ist es erforderlich, eine kritische Distanz zu wahren?

Der Münchner Historiker Dr. Alexander Gall ist sich sicher, dass authentische Objekte auch im Zeitalter der Digitalisierung ihre hohe Bedeutung behalten werden. Aus Anlass der aktuellen Ausstellung „Modelle, die die Welt bedeuten“ besuchte der Wissenschaftler des Forschungsinstituts des Deutschen Museums jetzt das Coburger Puppenmuseum. Gall berichtete vor überwiegend jungen Publikum, wie Ausstellungsobjekte in Museen spannend und lehrreich präsentiert werden können. Nachbauten, Inszenierungen und Modelle spielen dabei eine wichtige Rolle: Sie stellen Objekte in einen anschaulichen Zusammenhang und rufen täuschend echte Wirklichkeitseffekte hervor.

Abendvortrag im ungewöhnlichem Ambiente des Puppenmuseums

Die Gestaltung von Modellen und die Inszenierung von Wissensobjekten bieten sinnliche Erlebnisse, wie sie auch in der wissenschaftlichen Lehre der Hochschulen häufig Anwendung finden. Gall zeigte anhand vieler Beispiele, dass Lichteffekte hinter durchscheinenden Bildern, Dioramen oder Panoramen schon seit rund zweihundert Jahren zur Wissensvermittlung eingesetzt werden. Didaktische Veranschaulichung und die moderne Digitalisierung stehen also in einem historischen Zusammenhang.

Ein Modell, das tatsächlich die Welt bedeutet

Die Veranstaltung wurde von Christine Spiller, der Leiterin des Puppenmuseums, und Professor Christian Holtorf vom Wissenschafts- und Kulturzentrum der Hochschule Coburg geleitet. Gemeinsam mit der Innenarchitektin Professor Barbara Fuchs haben sie die Sonderausstellung „Modelle, die die Welt bedeuten – Wie Wissen entsteht“ konzipiert. Sie ist noch bis 14. Oktober täglich von 11 bis 16 Uhr im Puppenmuseum zu sehen.