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Orte des Wissens

Wissen scheint überall zugänglich zu sein und verändert seinen Status im Zeitalter der Digitalisierung ständig. Was bedeutet das für die Wissensvermittlung heute und in Zukunft? Was sind die Orte des Wissens? Wo wird künftig gelernt und gelehrt? Eine digitale Summer School der Innovationsplattform CREAPOLIS brachte Studierende und Expert*innen aus ganz Deutschland zusammen, um diese Fragen zu beleuchten und neue Szenarien für die Zukunft zu entwerfen.

Miteinander diskutieren, sich vernetzen und frische Ideen entwickeln, lauteten die Ziele der Summer School. Dafür kamen kurz vor Beginn des Wintersemesters Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis sowie Studierende hochschulübergreifend zusammen, um Themen wie Wissenstransfer und Bildungsgeografie neu zu denken. Ursprünglich als Präsenzveranstaltung gedacht, konnten Vorträge und Workshops aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie virtuell besucht werden. Anschließend hatten die Teilnehmer*innen drei Tage Zeit, um in interdisziplinären Teams ihre Visionen für die Zukunft der Hochschule in Verbindung mit den Bürgern der Stadt Coburg zu gestalten. Das Motto dabei: Wie kann sich die Hochschule zur Stadt hin, zu ihren Bürger*innen und für neue Zielgruppen öffnen? Dafür nahmen die Studierenden auch die beiden Campus in Coburg sowie dem neu entstehenden Lucas-Cranach-Campus Kronach in den Blick.

Für das Projekt „Begegnungsorte“ untersuchten die Beteiligten das Potenzial der Innovationsplattform CREAPOLIS als Vernetzer in der Region. Für eine noch offenere Darstellung des Projektes entwickelten sie beispielsweise die Idee eines fest installierten Pop-up-Cafés am Marktplatz Coburg, das als Begegnungsstätte für Diskussionsrunden, Vorträge und wechselnde Ausstellungen über alle Altersgruppen hinweg dienen könnte. Architekturstudierende entwarfen dafür ein Konzept für eine Cafémöblierung aus recyceltem Material auf Basis eines Kubussystems. Eine zweite Projektgruppe schuf verschiedene Szenarien, um die Hochschule noch stärker mit der Stadt zu vernetzen: ein Bürgerausweis, der mehrere Funktionen in sich vereint, das Web-Portal „Sharing is caring“ für verbesserte Mobilität, oder eine Seilbahn, die beide Coburger Campus mit dem Bahnhof oder der Innenstadt verbindet. Neue Wissenswege quer durch Coburg kombiniert mit einem interaktiven Wegenetz als App fürs Smartphone wurden von einem dritten Projektteam kreiert. Einen Hochschulweg etwa, einen Vesteweg, oder einen Kulturweg, der die Coburger Museen miteinander verknüpft. Ob Realität, Wunsch, oder Utopie, der Kreativität der Teilnehmer*innen waren keine Grenzen gesetzt.

Gruppenarbeit auf dem Online-Whiteboard „Miro“

„Die Idee für die Summer School kam uns schon relativ früh im Rahmen unseres Projekts, das sich ja mit Transfer beschäftigt“, so Lorenz Raab, wissenschaftlicher Mitarbeiter CREAPOLIS, der die Summer School im Team mit seinen Kolleginnen Jana Melber und Charlotte Roth konzipierte. Für die Keynote konnten die Veranstalter*innen Prof. Dr. Caroline Kramer vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gewinnen, die in ihrem Vortrag einen aktuellen Überblick zu den räumlichen Aspekten von Bildung gab. Weitere Gäste der Summer School waren u. a. Dr. Felix Bentlin von der TU Berlin und Dr. Kathrin Unterleitner vom Futurium Berlin.
„Wir sind sehr zufrieden, wie schnell die teilnehmenden Studenten sich in das Thema eingearbeitet haben und ein solch breites Spektrum an Ergebnissen produziert haben – vor allem, da die Summer School virtuell stattgefunden hat!“, fasst Lorenz Raab die Veranstaltung zusammen. Finanziell wurde das Projekt vom Innovationsfonds der Hochschule Coburg mit 10.000 Euro gefördert.

Team „COnnect“: Screenshot von „Miro“


Alle Ergebnisse der Summer School werden in den kommenden Wochen noch einmal auf Postern zusammengefasst und ausgestellt

 

Verfasst von Franziska Koch M.A., Marketing und Kommunikation, Der Coburger Weg, Hochschule Coburg.