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„Sounds der Zukunft“ hören und verstehen

Wie klingt von Computern erzeugte Musik? Und was macht sie mit unseren Hörgewohnheiten? Im Sommersemester 2019 setzten sich 18 Studierende aus fünf Studiengängen mit experimentellen Zugängen zu zeitgenössischer Musik auseinander. Zum Coburger-Wegs-Seminar „Sounds der Zukunft? Neue Musik hören und verstehen“ erschien nun eine gleichnamige Publikation mit Essays der Studierenden.

Die studentischen Texte „sind gedanklich eigenständig, sprachlich erfrischend und haben ein so hohes Reflexionsniveau, dass hier elf von ihnen als Best Practice für fachübergreifende Lehrveranstaltungen dokumentiert werden“, so Seminarleiter Prof. Dr. Christian Holtorf. Die Beiträge von Studierenden der Technischen Physik, der Innenarchitektur und der Sozialen  Arbeit gehen der Frage nach, wie sich KI-Technologien und Digitalisierung im Vergleich zu klassischen Musikinstrumenten auf Neue Musik auswirken, also westlichen Kompositionen von 1910 bis in die Gegenwart. Ein Vertreter dieses Genres ist der mehrfach ausgezeichnete Komponist Klaus Ospald. Im Mai 2019 bot er den Studierenden in vier Workshops und zwei Konzerten die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit digitaler Klangerzeugung, künstlerischer Virtuosität und den eigenen Hörgewohnheiten. Daran beteiligt waren u. a. auch das renommierte SWR Experimentalstudio Freiburg sowie die Coburger Pianistin Barbara Zeller.

Klaus Ospald erläutert seine Kompositionen in einem öffentlichen Workshop am 22. Mai 2019 im Hochschullabor für Strömungstechnik. Am Tisch l. außen die Klangregisseure des Südwestrundfunks Simon Spillner, Reinhold Braig (stehend) und Maurice Oeser. Dazwischen der Dirigent Peter Tilling und der Schweizer Geiger Urs Walker

In ihren Essays erzählen die Studierenden eindrucksvoll von ihren Erfahrungen mit Klaus Ospalds Musik. Sie porträtieren die Wirkung, die der Austragungsort – das Labor für Strömungstechnik der Hochschule Coburg – auf das Klangerlebnis hatte, geben technische Einblicke in die Entstehung der Kompositionen oder berichten aus der Rolle von Konzertbesuchern, wie die Abweichung von gewohnten Hör- und Musikerleben auf sie wirkten.

Ausgezeichnet mit dem Creapolis Award 2019

Das Seminar „Sounds der Zukunft? Neue Musik hören und verstehen“ war Teil des „Coburger Live-Forum Sounds der Zukunft. Künstliche Intelligenz zwischen Perfektion und Verantwortung“. In insgesamt 20 Veranstaltungen diskutierten mehr als 30 Expert*innen der Hochschule Coburg, der Universität Bamberg, der TU München sowie aus mehreren Unternehmen über neue Forschungen und die Auswirkungen von Digitalisierung und KI. Klaus Ospald und die Projektleiter*innen wurden im November 2019 von der Präsidentin der Hochschule Coburg, Prof. Dr. Christiane Fritze, mit dem „Creapolis Award“ ausgezeichnet.

Die Publikation „Sounds der Zukunft? Neue Musik hören und verstehen“ kann hier abgerufen werden.

Verfasst von Franziska Koch M.A., Marketing und Kommunikation, Der Coburger Weg, Hochschule Coburg