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Studentische Abschlusspräsentation „Projekt & Praxis“ 2019: Fairer Kaffee und gepimpte Schule

Philipp Mikula vom Fachbereich Betriebswirtschaftslehre zeigt die Homepage, die für das Projekt „Kaffee Kongo“ entwickelt wurde.

Studenten der Hochschule Coburg zeigen, wie interdisziplinäres Arbeiten funktioniert. Zehn Monate haben sie an ihren Projekten gearbeitet. Der Praxisbezug stand stets im Vordergrund.

Migration, Kaffee aus dem Kongo und Brettspiele für Flüchtlinge in Berufsschulen als Lernhilfe – drei Themen, die viel gemeinsam haben: Der Mensch steht im Fokus. Drei von insgesamt 38 Konzepten, die Coburger Studenten im Rahmen des Projekts „Der Coburger Weg“ entwickelt haben.

Die Ergebnisse und vor allem den Weg dahin, konnten sich Besucher am Dienstag, dem 15. Januar 2019, auf einem Rundgang durch das Hochschulgebäude in der Friedrich-Streib-Straße von den Studenten ganz genau erklären lassen. Alle Bereiche sind miteinander vernetzt, so unterschiedlich die Themen teils auch sein mögen: Menschen und Perspektiven, Menschen und Arbeitswelt, Menschen und Räume, Menschen und Gesundheit und schlussendlich Menschen(s)kind. Fünf spannende Bereiche, in denen Studierende aus zehn unterschiedlichen Fachbereichen zusammen Konzepte entwickelt und Lösungen gesucht haben. Eine so in Deutschland einzigartige Form des Studierens.

Praxisbezug findet man mittler weile häufig an Hochschulen, aber auch mit anderen Studiengängen zusammen an einem Projekt arbeiten? Das gibt es in Coburg seit 2011. In dem Jahr wurde das Projekt „Der Coburger Weg“ gegründet. Bis 2020 läuft das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Projekt noch. 37 Mitarbeiter, davon 14 Professoren und Lehrkräfte, unterstützen die Studierenden speziell bei fächerübergreifenden Projekten.

In der Arbeitsgruppe „Pimp up my School“ beispielsweise wirkten nicht nur Studenten mit, sondern auch Schüler der Bürgerschule Sonneberg. Schließlich drehte sich das Projekt um die Thüringer Grundschule. Die 21 Studenten aus den Fachbereichen Soziale Arbeit und Innenarchitektur halfen den Bürgerschülern dabei, ihre Flure und den Mehrzweckraum architektonisch zu gestalten.

Ebenfalls für Schüler setzten sich Katharina Hofbauer, Luise Shekira und Caroline Schmeisser ein: Unter der Fragestellung „Wie können Übergänge psychosozial gelingen? Kooperative Aspekte der Sozialen Arbeit in KITA, Schule und Berufsschule“ entwickelte die Projektgruppe einen Spielekoffer. Ziel ist es, auf spielerische Art die Sprachkompetenzen und das Miteinander in mehrkulturellen Klassen zu stärken. Heraus kam dabei ein Mathematikspiel, ein Wortschatz-Memory und ein Brettspiel, das in der Berufsschule Coburg ausprobiert wurde.

Das Projekt „Kaffee Kongo“ vereint gleich Studierende aus vier verschiedenen Fachbereichen: Bioanalytik, Soziale Arbeit, Innenarchitektur und Betriebswirtschaftslehre. Mit vereinten Kräften und dem Projektpartner, der gemeinnützigen GmbH „Café-Cacao-Congo“, soll ein einzigartiger Robusta-Kaffee auf dem europäischen Markt etabliert werden. In drei Ziele aufgegliedert, wurde das Projekt von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Im Vordergrund stand dabei, dass der Sozialstandard der Kaffeebauern im Kongo verbessert werden soll. Konkret bedeutet das, dass der Kaffee als Fair-Trade-Ware etabliert werden soll. Die Gruppe Marketing und Branding gestaltete eine ansprechende Homepage, auf der sich Besucher über den Kaffee, aber auch über das Leben im Kongo, informieren – und wenn sie wollen, das Projekt mit Spenden unterstützen können. Das dritte Standbein dieses Projekts betrifft die Bioanalytik-Studenten. Sie haben die Qualität der Kaffeebohnen analysiert und erarbeiteten einen Leitfaden, wie die Kaffeebauern im Kongo ihre Ernte
verbessern können.

Nicht nur interdisziplinär – sondern von Menschen für Menschen eben. So geht studieren heute.

(Text: Judith Hobmaier, Neue Presse Coburg, Bild: Henning Rosenbusch, in gekürzter Form der Veröffentlichung in der NP am 15.01.2019 entnommen)