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Leben und Überleben an der Hochschule

Studienbeginn

Ersti-Tüte und Sparrezepte: Die studentische Tutorin Yvonne Schuster präsentiert Ideen ihrer Tutorengruppe in der Säulenhalle

Zum ersten Mal Campusluft schnuppern, zum ersten Mal auf die zukünftigen Kommilitonen treffen: für rund 450 Erstsemester bildet die alljährliche Hochschulveranstaltung „anCOmmen“ den Startschuss in einen neuen Lebensabschnitt. Herzstück ist die fachübergreifende Projektarbeit, die junge Studierende aus neun Studiengängen zusammenbringt.

„Es ist toll Leute kennenzulernen, die den gleichen Weg gehen wie ich“, freut sich Sarah Eisinger und blickt in die Runde ihrer Kommilitonen. Die gebürtige Stuttgarterin sitzt zusammen mit elf angehenden Sozialarbeitern und Versicherungswirten und ihren beiden Tutorinnen in einem kleinen Seminarraum auf dem Campus Friedrich-Streib. Auf den Tischen stapeln sich bunte Papiere, Stifte, Klebstoff. In einer Ecke steht ein Whiteboard mit riesiger Mindmap. Gemeinsam bearbeitet die Gruppe ein kleines Tagesprojekt mit dem Ziel, ein sogenanntes „Survival Kit“, ein Überlebenspaket für Studierende, zu kreieren. Einen Semesterplaner etwa. Oder eine Zusammenstellung günstiger Kochrezepte und Freizeittipps. Denn so ein Start ins Studentenleben bringt viele Herausforderungen mit sich und das Geld ist oft knapp.

Orientierung ist das A und O

Doch was braucht es eigentlich an immateriellen Dingen zum Überleben an der Hochschule? „Wichtig ist vor allem eine gute Orientierung“, findet Sarah Eisinger. „Wo finde ich was? Wen kann ich bei Problemen fragen?“ Eine große Hilfe sind ihr dabei ihre beiden Tutorinnen Yvonne Schuster und Julia Federov. Sie begleiten Sarah und ihre Gruppe während anCOmmen an und bieten weitere Termine im Rahmen eines Erstsemestertutorats an. Insgesamt gibt es im kommenden Semester 49 solcher Tutorate, die acht Studiengänge der Fakultäten Design, Soziale Arbeit und Gesundheit sowie Wirtschaftswissenschaften abdecken.

Vom „Ersti“ zur Tutorin

„Es hilft sehr, dass man in entspannter Atmosphäre schon vor dem eigentlichen Studienstart Mitstudierende trifft. Am Anfang gibt es so viele neue Eindrücke, neuen Lernstoff – anCOmmen und die Tutorate bauen Hemmungen ab und geben Sicherheit“, meint Yvonne Schuster. Die studentische Tutorin hat erst im letzten Jahr selbst anCOmmen als „Ersti“ besucht und war beeindruckt. Mit ihrer Gruppe von damals trifft sie sich noch heute regelmäßig, auch zu ihrer eigenen Tutorin hat sie noch Kontakt. „Das Tutorat hat mir zu Beginn meines Studiums sehr geholfen, diese Hilfe wollte ich unbedingt weitergeben“, so die Studentin der Sozialen Arbeit.

Alle profitieren

Davon profitieren nun wiederum Sarah Eisinger und ihre Kommilitonen. Doch bevor sie sich in den Tutoraten mit Prüfungsanmeldungen, Lernorganisation und Bibliothekskatalogen befassen, präsentieren sie die Ergebnisse ihrer Projektarbeit zunächst den anderen Teilnehmern von anCOmmen. Ihre Ideen inklusive einer Anleitung zum Nachbauen stellen sie anschließend auf der Lernplattform Moodle ein. So haben hinterher alles etwas davon.

„Survival Kit“ ist eines von 25 Tagesprojekten, die im Rahmen von anCOmmen bearbeitet wurden. Gemeinsam mit einer anschließenden Präsentation in der Säulenhalle und der Brose-Aula der Hochschule bildet die Projektarbeit das Zentrum der zweitägigen Veranstaltung, die seit 2012 von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hochschulprojekts „Der Coburger Weg“ organisiert und durchgeführt wird. Doch auch das Rahmenprogramm kann sich sehen lassen: Eine Rallye führte die Neu-Coburger quer durch die Stadt, sie lernten beide Campus kennen und ein gemeinsames Abendessen bot Platz für Gespräche. An anCommen nahmen 2019  neun Studiengänge aus drei Fakultäten teil.

Verfasst von Franziska Koch, Marketing & Kommunikation, Der Coburger Weg, Hochschule Coburg