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Trendsport für die Sommerferien

Stand-up-Paddling ist der neue Trend im Freizeitsport. Doch mit dem Paddle lassen sich nicht nur entspannte Runden auf dem See drehen. Es eignet sich auch hervorragend für verschiedene intergenerative Angebote der Sozialarbeit. Beispielsweise, um Kindern in den Ferien Ausgleich und Eltern mit Betreuungsschwierigkeiten Entlastung zu bieten. Eine Projektgruppe der Hochschule Coburg stellte ein entsprechendes Programm nun vor.

Board aufpumpen, Neoprenanzug an, der Griff zum Padddel und los geht’s. Stand-up-Paddling, kurz SUP, ist derzeit auf deutschen Seen und Flüssen äußerst angesagt. Die Argumente für den Mix aus Surfen und Kanufahren überzeugen: SUP entspannt, trainiert die Koordination und – in diesen Zeiten besonders wichtig – der Abstand zu anderen Wassersportler*innen bleibt gewahrt. Doch die neue Trendsportart kann noch viel mehr.

Wie 18 Studierende der Sozialen Arbeit und der Betriebswirtschaft sowie ihr Dozent Jürgen Forscht, ehemaliger Kreisjugendpfleger des Landkreises Coburg, gemeinsam mit dem Bad Rodacher Bürgermeister Tobias Ehrlicher nun vor zahlreichen Medienvertreter*innen erläuterten, eignet sich SUP – wie auch die nicht minder beliebte Sportart Bogenschießen – für vielfältige Angebote in der Jugend- und Erwachsenenarbeit. Die Zweitsemester trainieren selbst wöchentlich im Waldbad Bad Rodach sowie am Bogen auf dem Longlife 3D Parcours in Ummerstadt. Ihre praktischen Erfahrungen lassen sie anschließend in die Entwicklung spannender Konzepte einfließen, von denen einige in der Praxis bereits umgesetzt wurden. „SUP und Bogenschießen haben das Potenzial, Generationen zusammenzubringen“, findet Emilia Koch, Studentin der Sozialen Arbeit. „Es ist ein sehr sinnvolles Projekt bei dem der Spaß nicht zu kurz kommt!“ Durch die Arbeit mit den Partnern ihres Coburger-Weg-Projektes „Stand-up-Paddling und Bogenschießen als Medium in der pädagogischen Arbeit“ freut sich heute beispielsweise schon das Mehrgenerationenhaus der AWO Bad Rodach über eine feste Bogensportgruppe für Seniorinnen und Senioren. Gemeinsam mit dem Mehrgenerationenhaus und dem Familienstützpunkt werden zudem erste Termine für Großeltern, Eltern und Kinder angeboten, SUP, Bogenschießen und auch das Kanufahren zu erlernen. Und auch für Studierende und Mitarbeitende der Hochschule Coburg hat sich die Gruppe etwas ausgedacht: Über das Referat „Gesunde Hochschule“ sind Schnupper-Workshops auf dem Board sowie am Schießstand geplant.

SUP bringt Generationen zusammen: Luca Gresik, Dozent Jürgen Forscht, Lilli Hoffmann, Tobias Ehrlicher, CoW-Koordinatorin Silke Heling, Franziska Jaraush und Emilia Koch (v.l.n.r.)


Unterstützung für Familien

„Die Corona-Pandemie hat viele Eltern an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gebracht“, meint Tobias Ehrlicher und betont gleichzeitig die Relevanz des Herzstückes des Projektes, vier einwöchige sowie mehrere Ganztags- und Halbtagsferienangebote für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren. Ein umfangreiches betreutes Sommerferienprogramm ist aktuell für viele Eltern dringend geboten, da sie aufgrund der Pandemie und den damit verbundenen Kita- und Schulschließungen oftmals keinen Urlaub für die nahenden Ferien mehr übrig haben. Schon früh in der Konzeptphase erkannten Jürgen Forscht und seine Studierenden die Notwendigkeit, Eltern in dieser Situation zu helfen. Parallel dazu legte das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus eigens ein Förderprogramm in Höhe von 30 Millionen Euro auf, um zusätzliche Ferienangebote für betroffene Familien zu unterstützen. Der Antrag des Projektes auf Finanzierung ihrer Vorhaben läuft aktuell. Bei einer Zusage dürfen sich Kinder und Eltern über ein buntes Programm rund um die beiden Trendsportarten in Bad Rodach und Ummerstadt freuen. Und die Studierenden über einen Ferienjob, denn sie werden die pädagogische und fachliche Betreuung übernehmen. „Win-win“, freut sich Jürgen Forscht. „Ein tolles Projekt, nicht nur für Bad Rodach sondern für Eltern aus dem gesamten Landkreis“, findet auch Tobias Ehrlicher und ist optimistisch, dass im August viele Kinder auf ihren SUP-Boards das Waldbad erkunden. Anmeldungen sind für betroffene Eltern bereits jetzt über das Rathaus der Stadt Bad Rodach möglich.

Verfasst von Franziska Koch M.A., Marketing und Kommunikation, Der Coburger Weg, Hochschule Coburg